WHO Empfehlung- zweite Phase der Geburt

Definition

Die zweite Phase der Geburt wird definiert ab vollständiger Muttermundseröffnung und der Geburt des Babies, wobei die Frau „ein Gefühl hat, unwillkürlich mitzupressen“ (übersetzt). Diese Phase ist normalerweise beim ersten Kind nach 3 Stunden beendet, beim zweiten Kind nach 2 Stunden.

Anmerkung:-> Hier wird die zweite Phase nicht ab vollständiger Muttermunderöffnung unterschieden, wie bei uns üblich, sondern nach unwillkürlichem Pressdrang, was einen gewaltigen Unterschied bedeutet. Somit würde auch die Diagnose:“Vollstndig seit 4 Stunden=Geburtsstillstand“ in die erste aktive Phase der Geburt fallen, die ab 5 cm Muttermunderöffnung auch einen Zeitraum von 12 Stunden beim ersten Kind umfassen kann. Und dann nicht zwingend ein Geburtsstillstand sein muss. Vorausgesetzt, Mutter und Kind geht es gut und es handelt sich um eine normale Geburt. Erst wenn eine Frau mehr als 3 Stunden reflektorisch mitschiebt, ist dies nicht mehr normal. Damit ist allerdings kein aktives dreistündiges Powerpressen gemeint.

Geburtsposition und Dammschutz

Jede Frau sollte ermuntert werden, eine Position ihrer Wahl, inklusiver aufrechter Haltung, einzunehmen. Frauen sollen darin unterstützt werden, ihrem eigenen Impuls mitzudrücken, zu folgen. Um Dammverletzungen zu vermeiden, können warme Kompressen, Dammmassage und Dammschutz angeboten werden, je nach Wunsch der Frau. Routinemäßige Episiotomien sind nicht empfohlen. Fundusdruck („Kristellern“) wird nicht empfohlen.

Anmerkung:-> Dammmassage (durch die Hebamme) als präventive Maßnahme vor Dammverletzungen  während der Geburt finde ich irritierend und erscheint mir obsolet. Dass Frauen durch eine Dammmassage während der Geburt (zusätzliche) Schmerzen erfahren, auch wenn es eventuell Hinweise auf weniger Dammverletzungen geben mag, möchte ich persönlich nicht verantworten. Bei der Dammmassage scheint allerdings auch keine vorsorgliche Dammmassage in der Schwangerschaft gemeint zu sein.